Episoden

P-K041–IV-HSchmidtke-Sternkindbestatterin-4v4

Sternenkind-Bestatterin: Ihr Einsatz bitte …

Die Sternenkind-Bestatterin Helga Schmidtke erzählt, wie sie für einen Einsatz verständigt wird. Klar ist für sie, dass eine Familie im Fall der Fälle eine Vielzahl unterschiedlicher Professionen braucht. Hier ist ein gutes Netzwerk und auch die Zusammenarbeit mit der Klinikseelsorge wie auch den Bestattern und den Mitarbeitern des Friedhofsamtes wichtig.

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Helga Schmidtke
www.die-sternenkinderbestatterin.de

P-K040–IV-HSchmidtke-Sternkindbestatterin-3v4

Männer trauern anders, Frauen auch …

Interview mit Helga Schmidtke, Sternenkindbestatterin 3von4

Wer um die unterschiedliche Trauerbewältigung bei Männern und Frauen weiß, kann mit möglichen Konflikten, die sich an dieser Stelle ergeben, deutlich entspannter und hilfreicher umgehen.

Die unterschiedliche Sexualität von Männern und Frauen in der Trauerarbeit bei Sternenkinderfamilien thematisieren wir im zweiten Teil dieser Episode. Letztlich ist für Schmidtke klar, auch Männer brauchen Begleitung in der Trauerarbeit – Exklusiv VON EINEM MANN.

Auch ein Sternenkind wurde erwartet. Alle, die es erwartet haben, sollten auch die Möglichkeit haben, dieses Kind kennen zu lernen und sich von ihm zu verabschieden.

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Helga Schmidtke
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P-K-039-IV-HSchmidtke-Sternenkindzentrum-odw-2v4

Sternenkinder sind kein Einzelfall

P-K039 – Helga Schmidtke – 2

Tödliche Komplikationen in der Schwangerschaft, Totgeburten und plötzlicher Kindestod sind kein Einzelfall, jede dritte Frau, so Helga Schmidtke ist davon betroffen. Das hat neben den persönlichen Auswirkungen (auch Jahre danach) auch Einfluss auf Familiensysteme, besonders dann, wenn sie totgeschwiegen werden. Wer genauer hinschaut kann auch gesellschaftliche und volks-wirtschaftliche Konsequenzen erkennen.

Während Frauen, fast schon klischeehaft miteinander heulen und reden müssen, um die Trauer zu verarbeiten, müssen Männer ins Tun – mit den Händen kommen. Hier läuft die Trauer der Geschlechter konträr und führt nicht selten zu massiven Irritationen innerhalb der Paarbeziehung. Aber hier kann geholfen werden.

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P-K-038-IV-HSchmidtke-Sternenkindzentrum-odw-1v4

P-K-038 – Helga Schmidtke – Sternenkindbestatterin – 1.Teil eines 4 teiligen Interviews

Helga Schmidtke, die Initiatorin und Leiterin des Sternenkinderzentrums Odenwald e.V., stellt sich kurz biografisch vor. Stefan Hund fragt sie nach ihrem persönlichen Einstieg in das nicht alltägliche berufliche Thema der Sternenkinder, Schmetterlingskinder oder Regenbogenkinder – worin die Unterscheidung zur stillen Geburt liegt. Mit der Änderung des Personenstandsgesetzes 2013 gilt jetzt geborene Kinder mit mehr als 500g Gewicht müssen registriert und bestattet werden, die darunterliegenden können auf Antrag. Was ein sehr großer Fortschritt für die Familien in einer extremen Belastungssituation ist.

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Helga Schmidtke
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P-K-037-IV-SPfisterer2

Was wäre, wenn ich jetzt gehe…

Interview mit Sandra Pfisterer.

Unter dieser Fragestellung hat Sandra Pfisterer einen Ordner entwickelt, der gerade jüngere Menschen wieder ruhig schlafen lässt – und griffbereit ist, wenn es ernst wird. Und das gilt unabhängig vom Alter: ihre Arbeit ist entlastend für Menschen, die in die Klinik gehen müssen…

Den eigentlichen Ordner gibt es nur in ihren Workshops, bzw. die ihrer Kolleginnen und Kollegen, da hier gute Begleitung und der Gruppenprozess wichtig ist.

Wir Sprechen über den Ordner, seine Entstehunggeschichte und die Person Sandra Pfisterer, die hiermit vielen Menschen eine große Hilfe ist.

(Keine Rechtsberatung, keine Vertragsabschlüsse. REINE Beratung und Information)

1. Vollmachten, Patientenverfügung, Testament, Organspendeausweis …

2. Versicherungen, Verträge, Abos, Vereine, Konten, Sparbücher …

3. Online-Nachlass, Socialmedia, Passwörter …

4. Beerdigung und viele Infos rund um dieses Thema …

(C) Stefanhund.com

Kontakt:
Sandra Pfisterer
www.pfistar.de

P-K-036-IV-SPfisterer1

Was wäre, wenn ich jetzt gehe…

Unter dieser Fragestellung hat Sandra Pfisterer einen Ordner entwickelt, der gerade jüngere Menschen wieder ruhig schlafen lässt – und griffbereit ist, wenn es ernst wird.

Den eigentlichen Ordner gibt es nur in ihren Workshops, bzw. die ihrer Kolleginnen und Kollegen, da hier gute Begleitung und der Gruppenprozess wichtig ist.

Wir Sprechen über den Ordner, seine Entstehunggeschichte und die Person Sandra Pfisterer, die hiermit vielen Menschen eine große Hilfe ist.

(Keine Rechtsberatung, keine Vertragsabschlüsse. REINE Beratung und Information)

1. Vollmachten, Patientenverfügung, Testament, Organspendeausweis …

2. Versicherungen, Verträge, Abos, Vereine, Konten, Sparbücher …

3. Online-Nachlass, Socialmedia, Passwörter …

4. Beerdigung und viele Infos rund um dieses Thema …

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Sandra Pfisterer
www.pfistar.de

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P-K-035_Interview_Ethik-Komitee_2v2

P-K035: Interview Ethik-Komitee Teil 2

(Gespräch mit dem Vorsitzenden des Ethik-Komitees am Klinikum Darmstadt Herrn Dr. med. Andreas Lenhart und seinem Vorgänger Herrn Pfarrer i.R. Thomas Ortmüller)

Patientenverfügung: Anstatt einer Patientenverfügung mit Textbausteinen aus dem Internet, so Thomas Ortmüller, ist es wichtig, möglichst ausführlich zu beschreiben und dies auch mit seinem Umfeld zu kommunizieren, dass man z.B keinesfalls zu einem dauerhaften Pflegefall werden möchte. Und damit verbunden bewusst und ausdrücklich (schriftlich) auf eine lebenserhaltende Maßnahme verzichtet. In der Fachliteratur ist dieser Bereich mit dem Stichwort „Lebensqualität“ verbunden, was aber als solches auch ein schwieriger Begriff ist.
Als Pfarrer im Ethik-Komitee: Natürlich, so Ortmüller, habe er als ev. Pfarrer seine ethische Positionierung. Aber in unserer pluralen Welt gilt es, diese mit einander in den Dialog zu bringen und nicht wie eine Monstranz vor sich her zu tragen. Vor allem aber auch: Es geht dabei nicht um richtig oder falsch, sondern: um Angemessenheit oder Unangemessenheit gegenüber KONKRETER Person und Situation. Auch ist es wichtig, dass das Ethik-Komitee den behandelnden Arzt mit einem vielseitigen Dialogprozess unter Einbeziehung aller Beteiligten unterstützt, am Ende der Beratungen steht eine Empfehlung. Die Entscheidung über die richtige Maßnahme liegt alleine beim behandelnden Arzt.

Was ist aus Sicht des behandelnden Arztes eine gute, d.h. gut brauchbare Patientenverfügung? Dr. Lenhart rät den Menschen grundsätzlich bereits in den guten Zeiten miteinander ins Gespräch zu kommen. Dann kann klarer mit einander besprochen werden, was gewollt ist, wenn der Betroffene in die eine oder andere Situation kommt. Als Ärzte wünschen wir uns, dass dann möglichst sehr deutlich geschrieben ist, was passieren soll, wenn…

Es ist ein großer Fortschritt seit 2010, dass Patientenverfügungen abgefasst werden können und auch Gültigkeit haben. Allerdings, und da beginnt die Crux, dass der Gesetzgeber erwartet, dass die entsprechenden Situationen, in denen die Patientenverfügung Anwendung finden soll, so genau wie möglich beschrieben werden soll. Ein Ziel ist, selbstbestimmt zu leben, auch wenn man in diesem Moment nicht wirklich, sondern nur vermittelt, handeln kann.

Allerdings, angesichts des medizinischen Fortschritts zeigt sich hier auch ein strukturelles Defizit: Es können nicht alle medizinischen Fälle beschrieben bzw. vorweggenommen werden.
In diesen kritischen, oft unter Zeitdruck sich abspielenden Überlegungen ist die Kommunikation aller miteinander das A und O. Dann, so seine Erfahrung, lassen sich immer gut vertretbare ethische Wege gemeinsam finden.

Wie weit hat Sie jeweils die Arbeit im Ethik-Komitee als Person geprägt oder auch verändert?
Ein wichtiger Moment, der die Mitarbeit im Ethik-Komitee für Pfarrer Ortmüller ausgelöst hat, ist, dass er die Arbeit von Ärzten und Pflegepersonal sehr viel differenzierter und mit mehr Respekt sieht, gerade im Angesicht dieser Entscheidungen. Als Mensch sieht er hier noch einmal mehr wie wichtig Vertrauen ist und das gut im Gespräch zu sein.
Für Dr. Lenhart ist es, immer wichtiger geworden, dass neben den medizinischen Kenntnissen immer mehr das Thema der Gesprächsführung und der Begleitung in den Vordergrund gerückt ist. Und das kann man lernen. Die Arbeit im Ethik-Komitee sieht er auch als Möglichkeit, den jungen Kollegen hier ein Handwerkszeug, eine Kultur, eine neue Denkdimension zu eröffnen und weiterzugeben. Seine Vision geht in Richtung einer Gesamtschau auf den Menschen und nicht nur die reine medizinische Fokussierung.

Herzlichen Dank für das Gespräch

P-K-034 – Gespraech_mit_Ethik-Komitee_1v2

P-K-034 – Gespräch mit dem Vorstand des Ethik-Komitees am Klinikum Darmstadt GmbH

Gespräch mit dem aktuellen Vorsitzenden des Ethik-Komitees am Klinikum Darmstadt GmbH Ltd OA Dr. Andreas Lenhart und seinem Vorgänger in diesem Amt Pfarrer Thomas Ortmüller.

Dr. A. Lenhart ist Ltd. Oberarzt, Anästhesist, mit Schwerpunkt Operative Intensivmedizin. Seit über 30 Jahren Arzt. Pfarrer Thomas Ortmüller ist evangelischer Pfarrer und seit 32 Jahren als Krankenhausseelsorger am Klinikum Darmstadt.

Klinische Ethik wird seit rund 10 Jahren immer wichtiger. Das Ethikkomitee wurde 2008 gegründet. Im Ethik-Komitee arbeiten hauptsächlich Mitarbeitende des Klinikums Darmstadt mit. In der Regel arbeiten sie mit Patienten unter besonderen Bedingungen.

Ein Ethik-Komitee tritt in der Regel in Konfliktfällen zusammen. Diese entstehen, wenn unterschiedliche Meinungen in einem Behandlungsablauf aufeinandertreffen. Dann kommt es in möglichster Ruhe zu einem strukturierten Gespräch über die Möglichkeiten des weiteren Vorgehens – als patientenorientierter Fallbesprechung. Gleichzeitig soll ein strukturiertes Entscheiden über ethische Fragestellungen in die Kultur des Krankenhauses und anderer verbundener Kliniken implementiert werden. Dies schließt Fortbildung mit ein. Ziel ist auch die hausinterne Leitlinienentwicklung.
Die Grundfrage jeder ethischen Überlegung ist: Was sollen wir tun? Die meisten dieser Entscheidungen sind entweder am Anfang oder noch mehr am Ende des Lebens.

Beispielsweise bei morbiden Patienten mit unklarer Diagnose: Fahren wir die Maximaltherapie (z.B: Organersatz oder Chemotherapie) weiter. Oder soll es eine Therapieziel-Änderung geben? Ggf. auch als Einleitung einer palliativen Therapie? Oder es geht um das Setzen einer PEG Sonde. Wenn es hier unterschiedliche Ansichten innerhalb des therapeutischen Teams kommt, oder auch bei Angehörigen und auch, aber sehr selten mit dem Patienten selbst, dass kann das EK kurzfristig

AL: Der häufigste Anlass ist eine mögliche Therapieziel-Änderung: Soll eine Therapie weiter durchgeführt werden oder wäre dann eine andere Richtung angeraten.
Dabei ist es keinesfalls so, dass die Fortführung einer Maximaltherapie immer von den Ärzten vertreten wird. AL: Gerade in den letzten Jahren kommt die Forderung nach Maximaltherapie vermehrt von den Angehörigen. Hier sind es dann die Ärzte, die entsprechend die medizinische Indikation in die Diskussion bringen. Im Zentrum steht auf jeden Fall das gemeinsame Gespräch.

In Hessen gibt es in allen Kliniken inzwischen EKs, eine Gruppe von Menschen, die angerufen werden können, zu beraten. Je nach Klinik ist das formalisiert – Über Anruf/mail an die bekannten, verantwortlichen Personen. Die entsprechend Handelnden sind innerhalb des Klinikrahmens bekannt.
Das EK organisiert dann am Ort des Geschehens, so nah wie möglich am Patienten, ein solch strukturiertes Gespräch. Die Handelnden sind sowohl aus der Pflege, der Ärzteschaft, sowie von den Angehörigen (insb. wenn sich der Patient nicht selbst vertreten kann). Die Basis aller Gespräche im EK ist die gleiche Informationssituation: Standortbestimmung mit Diagnosen und Therapiemöglichkeiten samt Prognosen. Auf dem Boden der Diagnosen werden verschiedene Therapieziele formuliert. Am Ende dieses ersten Teils werden entsprechende Arbeitsthesen gebildet. Die dann vorliegenden Optionen werden nach ethischen Kriterien bewertet.

Die entscheidende Blickrichtung: Was ist für das Wohl des Patienten entscheidend notwendig? Da gibt es das Ärztliche Ethos, dem Patienten wohl zu tun. Das was Wohl ist, kann in unserer Gesellschaft ganz unterschiedlich ausgeprägt sein. spricht die Situation in einer Patientenverfügung
an, dass Menschen für sich entscheiden, keinesfalls ein Pflegefall zu werden/sein. Daher verzichten sie dann bewusst auf eine lebenserhaltende Maßnahme. Terminus hier in der Fachliteratur ist “Lebensqualität”, was als solches ein schwieriger Begriff ist. Natürlich habe er als ev. Pfarrer seine ethische Positionierung. Aber in unserer pluralen Welt gilt es, diese mit einander in den Dialog zu bringen und nicht wie eine Monstranz vor sich her zu tragen.

P-K-033 – Hochsensibel Interview mit Pfarrer Schlede

 

Hochsensibel – ein Interview mit Pfarrer Friedemann Schlede

Pfarrer Friedemann Schlede, hat lange als Pfarrer in Thüringen gearbeitet.

Jetzt im Ruhestand übernimmt er interimsweise Pfarrämter für die Evangelische Kirche in Deutschland. Aktuell ist er als Klinikpfarrer an der (ehemals deutschen) Hochgebirgsklinik im schweizerischen Davos eingesetzt. Dort gibt es u.a. eine neueingerichtete Station für Psychosomatik.

Ich spreche mit ihm über Hochsensibilität.

  • Wie macht sich Hochsensibilität bemerkbar?
  • Viele der Hochsensiblen spüren um ihre besondere Gabe, aber in der Regel passen sie sich dem Umfeld an und versuchen, sich die hochsensible Wahrnehmung nicht anmerken zu lassen. Dies wiederum kann zu einer Reihe von schwierigen Entwicklungen und Fehlhaltungen führen, entsprechend der Persönlichkeitsstruktur bilden sich unterschiedliche Symptome aus.
  • Die Symptome sind die Sprache des Körpers jene Schwierigkeit auszudrücken. Bisweilen kommt aus der Umwelt die Reaktion: „Nun hab Dich mal nicht so“ – das ist für Schlede eines der Signalwörter.
  • Hochsensible entwickeln bisweilen eine zweite, angepasste Persönlichkeitsstruktur – letztlich um Schmerzen und Ablehnung im Außen zu vermeiden. Im Inneren evoziert das häufig Ängste, die ihn blockieren. Die zweite Haut oder Maskerade setzt ihn unter Druck – und dieses „DU MUSST“ ist das Letzte, was er gebrauchen kann, was ihm gut tut. Oftmals kommt für ihn die Frage auf: Bin ich hier im richtigen Film?
  • Das Gespür der Hochsensiblen ist, so Schlede wichtig in unserer Leistungsgesellschaft. Der Heilungsweg geht über eine Stärkung des Selbst-Bewusst-Werdens und damit letztlich des Selbst-Bewusst-Seins.
  • Über Fragen an die Patienten arbeitet sich Schlede an das Thema Hochsensibilität heran. Für viele seiner Gesprächspartner ist es neu und augenöffnend, mit dem Thema Hochsensibilität selbst in Verbindung gebracht zu werden. Nachdem diese Möglichkeit im Raum steht, bittet der Seelsorger die Patienten nach dem Stichwort „hochsensibel“ im Internet zu recherchieren. Hier gibt es oft Checklisten und Ratschläge zur Selbstdiagnose. Schlede unterscheidet zwischen „Hochsensibel“ – als Wesensmerkmal – und „Übersensibel“, was deutlich eine meist negative Bewertung aus dem Umfeld impliziert.
  • Für viele ist der Hinweis über Hochsensibilität ein Augenöffner, teilweise auch eine Erklärung für eine längere Leidenszeit. Oft schließt sich die Frage an, warum einem das die Medizin nicht schon vorher gesagt habe. Allerdings, gibt Schlede zu bedenken, ist Hochsensibilität erst ein Thema der 2000er Jahre.
  • Der erste Schritt, der dann folgt ist oft „sich selbst verstehen“ und dann sich so anzunehmen wie sie sind und dann ihr Verhalten entlastend einzusetzen und die Selbstheilungskräfte zu aktivieren – Ressourcen, die zuvor aufgewendet worden sind den Vorwurf des „Sensibelchen“ abzuwehren.
  • Bisweilen ist die Hochsensibilität innerhalb der Familie vererbbar. Diese Erkenntnis hilft mit bislang angespannten Situationen besser umzugehen.
  • Hier kann Seelsorge gute Dienste leisten, wie Schlede in einem Beispiel aufzeigt.
  • Seelsorge kommt allerdings an ihre Grenzen, wenn sich schon „zu große Verknotungen“ gebildet haben. Um hier eine Entflechtung zu leisten oder zumindest zu unterstützen, ist es nötig, hier einen Punkt zu setzen und dem Patienten eine Therapie bei einer Psychotherapeutin anzuraten. Bei der Auswahl ist zu beachten, dass die Therapeutin mit dem Thema „Hochsensibilität“ Erfahrung hat.
  • Was hat sich bei Patienten verändert, bei denen vor längerer Zeit Hochsensibilität festgestellt worden ist und die Sie jetzt nach 1-2 Jahren wieder getroffen haben.
  • Oftmals liegt eine intensive Zeit dazwischen. In der Regel wird der Partner mit in die Entwicklung mit einbezogen. Lesen einschlägiger Literatur ist hilfreich und natürlich miteinander Reden. Vereinfacht gesagt, bedarf es einer „Gebrauchsanweisung“ für den hochsensiblen Partner – das erleichtert das Miteinander sehr. Das Ermöglicht das Verständnis füreinander anstatt die (unterschwelligen) Vorwürfe. Viele Betroffene machen eine deutliche allermeist positive Persönlichkeitsentwicklung durch.
  • Was bringen uns Hochsensible als Gesellschaft: Sie haben Sensoren, manche Entwicklungen früher wahrnehmen lassen, oder auch Engpässe durch ihre Sichtweise auflösen könenn.

Herzlichen Dank

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Kontakt:

Pfarrer Friedemann Schlede

Friedemann.Schlede@hgk.ch

Oder auch über Facebook

P-K32-IV-Militaerbischof_Sigurd_Rink_3v3

P-K-32 – Interview mit Militärbischof Dr. Sigurd Rink – Teil 3

Wenn Soldaten bei Unfällen oder Einsätzen ums Leben kommen, dann unterstützen, wenn gewünscht, Militärpfarrer. Dies geschieht an mehreren Stellen: a) vor Ort bei der Truppe im Einsatz, einerseits für den Verstorbenen, andererseits in der Begleitung der hinterbleibenden Kammeraden. b) Wenn von Verstorbenen und Familie gewünscht: Der Militärpfarrer begleitet die Hinterbliebenen und organisiert und leitet auch in Kooperation mit den staatlichen Stellen, ggf.in Absprache mit den Medien, die Beerdigung. Hier wirken häufig zwei Militärgeistliche zusammen, der eine leitet die Beerdigung, der andere begleitet die Familie. c) Begleitung am Truppenstandort.
Das ist ein Arbeiten auf der Grenze, in Formen von „riskanten Liturgien“ – ähnlich wie bei großen Ereignissen in Deutschland z.B. auch nach ICE-Unglücken oder Amok-Läufen. Hier kann Kirche eine Beheimatung ermöglichen.
Der MB arbeitet auf der Nahtstelle zwischen Kirche und Staat / Bundeswehr im Besonderen. Gerade aus dieser Perspektive plädiert Rink dafür, dass Kirche zu den Menschen rausgeht, sich nicht zurückzieht, sondern dahin geht wo es weh tut, wo es schmerzt. Hier geht es um etwas!
Militärseelsorge 2040: Das ist Kirche im öffentlichen Raum, da muss Kirche sein – da, wo es Menschen weh tut und sie als der „Eine Andere“ unterstützt.

Herzlichen Dank

English Summary

P-K-32 – Part 3

Soldiers of the German Armed Forces (Bundeswehr) are also loosing their lives during deployments or in accidents. This is a very important field of support for military chaplains. This starts directly on-site where the soldier lost his or her life – and it is the spiritual accompaniment of the surviving dependents. After convicting the defunct person the family gets the offer of pastoral care if wanted. This takes place in cooperation with governmental and employers care. When the place of death is a deployment abroad it often goes along with heavy media coverage. Then military pastoral care comes to the edge and work for the military chaplain gets difficult in forms of “risky liturgies” similar to major incidents like ICE catastrophe or shooting rampage.

The military bishop works as an interface between church and state (Bundeswehr). Looking at it from this perspective Rink pleads that church has to go to where the people are and does not withdraw. Church has to go where it hurts and where it counts!
Military pastoral care 2040: This is church in the public space. There church must take place, must support people where they need it.

© Stefanhund.com

Kontakt


Der Evangelische Militärbischof
Evangelische Kirche in Deutschland (EKD)
Dr. Sigurd Imanuel Rink
Jebensstraße 3
10623 Berlin
Internet: http://www.militaerseelsorge.bundeswehr.de
Email: heike.stenzel@hesb.de