Episoden

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P-K018 – Interview mit Pfarrer Johannes Gans, katholische Klinikseelsorge, Teil 3 von 3

In der katholischen Kirche gibt es die

  • Jahrestage – ein besonderer Gottesdienst
  • Besondere Feiertage wie Allerheiligen mit der Gräbersegnung und der Erinnerung der Verstorbenen durch Nennung ihres Namens.

Wenn sich zeigt, dass es keine Angehörigen bei der Bestattung gibt, (was nach Aussage des Bestatters in Darmstadt bei 10-15% der Fall ist, versucht Pfarrer Gans noch Gemeindeglieder mitzubringen. Wenn dies nicht möglich ist, oder gestaltet er die Beisetzung in anderer würdevoller Form.

Der Geistliche trennt nicht zwischen Beruf und privat, wenn er zu einer Bestattung geht, kommt er immer als Pfarrer Johannes Gans.

Herzlichen Dank für das Gespräch

Zum weiteren Kontakt:
Pfarrer Johannes Gans
Katholische Klinikseelsorge am Klinikum Darmstadt
Grafenstraße 9
64283 Darmstadt
06151-107-5640

(c) Stefan Hund

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P-K017 – Interview mit Pfarrer Johannes Gans, katholische Klinikseelsorge Teil 2 von 3

Johannes Gans ist ein intensives Beerdigungsgespräch wichtig.
Vieles was dort gesagt wird, unterstützt ihn dabei in der konkreten Situation den Trauernden ein Wort der Hoffnung angesichts dieses Todes zu geben. Ein sehr anspruchsvoller wie auch dankbarer Dienst.
Erd- oder Feuerbestattung. Hier, so Pfarrer Gans, gibt es kirchlich keine ausschließenden Reglementierungen mehr. Die Menschen haben ein gutes Gespür dafür, was in ihrer Situation passt.

Allerdings ist eine Grabstätte als Ort der Trauer wichtig. Ein Ort, wo wir uns mit unseren Emotionen festmachen können. Ein Grab als ein heilsamer, heiliger Ort.

Pfarrer Gans unterstützt es, das Kinder bei einer Bestattung dabei sind, gleichsam als Ermöglichung eines eigenen Zugangs zum Tod. Ggf. aber in Begleitung von Erwachsenen.
Musik kann bei allem individuell sein. Das was dem Verstorbenen auch im Alltag Kraft und Lebenszuversicht geschenkt hat. Dazu gehören religiöse genauso wie traditionelle Schätze. Hierbei erinnert er sich im Besonderen an eine Trauerfeier mit dem „Lilienlied“ der Fans des SV98 (Darmstadt), welches eine wichtige Kraftquelle im Leben des Verstorbenen war.

Wichtig ist für Pfarrer Johannes Gans hier das Leben des Verstorbenen zu würdigen und in die Hand Gottes zurück zu geben.
Eine Beerdigung ist individuell und darf, wenn sie angemessen und authentisch ist, auch schön sein. Eine gute Trauerfeier eröffnet einen heilsamen Raum.
Nach der Bestattung gibt es häufig einen Beerdigungskaffee oder auch Leichenschmauß. Hier wird sich unter anderem an die guten aber auch die schwierigen Situationen mit dem Verstorbenen erinnert. Hier erlebt er auch, dass Familie oder nahe Freunde das Wort öffentlich ergreifen. Im Rahmen der vorhergehenden Bestattung wäre dies wahrscheinlich zu nah, zu belastend gewesen.
Dann schaut Pfarrer Gans in die nahe Zukunft, wenn alles wieder das erste Mal passiert, insbesondere Geburtstag und Weihnachten.

Zum weiteren Kontakt:
Pfarrer Johannes Gans
Katholische Klinikseelsorge am Klinikum Darmstadt
Grafenstraße 9
64283 Darmstadt
06151-107-5640

(c) Stefan Hund

 

016-Interview-Sterben-und-Tod-katholisch-1

P-K016 – Interview mit Pfarrer Johannes Gans,(*1960), katholische Klinikseelsorge Teil 1 von 3

Wichtige Inhalte:
Jeder Mensch stellt sich individuell auf sein Lebensende ein.
– Im religiösen Kontext haben wir verschiedene Riten, Gebäuche, Traditionen, Gewohnheiten . Zentral für Johannes Gans ist: Was ist das konkrete Bedürfnis des Sterbenden oder seiner Angehörigen in diesem Moment und was kann ich als Priester hierfür anbieten. Menschen, so sie dies wünschen, müssen spirituell begleitet werden.
Dazu gehört das, was ihnen im Leben Kraft gegeben hat: Glaube, Beheimatetsein in einer kirchlichen Glaubensgemeinschaft. Mit vertrauten Riten heilsam in Berührung gebracht zu werden.
In der katholischen Kirche gibt es das Sakrament der Krankensalbung. (Bei vielen bekannt als die „letzte Ölung“) Es ist ein Zeichen und Geschenk mit dem Versprechen: „Gott ist bei Dir in Deiner existentiellen Not und wir dir einen Raum des Geborgenseins eröffnen.“ Du bist nicht allein → Hinweis: Psalm 23

In der katholischen Kirche gibt es das Zeichen des Viaticums (Wegzehrung – im ev. Bereich Krankenabendmahl) – für jemanden, der aus der Eucharistie, der Kraft der Gemeinschaft mit Christus lebt, ein tiefes Zeichen.

Der Eintritt des Todes ist ein besonderer Moment für alle. Im Kirchenjahr spiegelt sich das im Karsamstag wieder (Tod, Grablegung, Stille, „es ist vorbei“)

Die Zeit zwischen des Eintritts des Todes bis hin zur Trauerfeier benennt Pfarrer Gans als Schleusenzeit – und sich selbst neben anderen, wie dem Bestatter, als einer der Schleusenwärter und hilfreichen Wegbegleiter.
Wenn der Tod eingetreten ist, gibt es besonders im dörflichen Bereich das gemeinschaftliche Gebet, hier wird beispielsweise auch der Rosenkranz gebetet.
In der Klinik gibt es dann das Angebot der Aussegnung. Das unterstützt die Angehörigen, unverkrampft, heilsam. Eine gute Nähe ist für den Trauweg wichtig. Das gilt für Erwachsene wie für Kinder, die ihre eigene Art der Trauer haben.

Zum weiteren Kontakt:
Pfarrer Johannes Gans
Katholische Klinikseelsorge am Klinikum Darmstadt
Grafenstraße 9
64283 Darmstadt
06151-107-5640

(c) Stefan Hund